Woody Allen
Frei nach Johann Wolfgang von Goethe
Wer rennt so geschäftig durch Büros und Gänge?
Der Manager ist’s, mit wichtiger Strenge,
mit Akten, die seinen Händen entgleiten -
so rennt er früh, spät und zu allen Zeiten.
“Mein Büro, was ziehst du so lang dein Gesicht?”
“Siehst, Manager, du denn den Aktenberg nicht,
das dürre Papier, dem das Leben fehlt?”
“Mein Büro, das ist mein Betätigungsfeld.”
“Du tüchtiger Mann, komm, blättre in mir!
Gar züchtige Zahlen zeige ich dir.
Manch wichtige Worte lass’ ich dich lesen
Aus Protokollen von dem, was gewesen.”
“Mein Manager, o höre du nicht,
was dir der Karrierenehrgeiz verspricht!”
“Beruhige dich, ich erklär dir’s geschwind:
Im Aktenordner raschelt der Wind.”
“Willst, kluger Mann, du weiterkommen?
Hast du erst einmal die Leiter erklommen
und unter dir der Kollegen Scharen,
so wirst du den Rausch der Macht erfahren.”
“O Manager, und siehst du nicht ein,
wie traurig zu Haus’ deine Gattin muss sein?”
“Mein Büro, mein Büro, ich weiss es genau,
mein steiles Streben erfreut meine Frau.”
“Du liebst mich, dich reizt das hohe Gehalt,
und schaffst du es nicht, so tu’s mit Gewalt!”
“Mein Manager, nun ist es geglückt:
Dein Ehrgeiz hat die Liebe erstickt.”
Der Manager wirft die Akten fort,
verlässt das Büro, den düsteren Ort,
erreicht seine Gattin mit Mühe und Not -
in ihren Augen die Liebe war tot.
Lislott Pfaff
quelle: http://www.textatelier.com/index.php?id=3&link=9
Das Sankt-Florian-Prinzip oder die Sankt-Florian-Politik bezeichnet Verhaltensweisen, potentielle Bedrohungen oder Gefahrenlagen nicht zu lösen, sondern auf andere zu verschieben.
Früher war es üblich, die Hilfe des Heiligen Florian anzurufen, der als Schutzpatron für die Abwendung von Feuer und Dürre zuständig ist. Die volkstümliche Verbreitung fand ein vermeintlich frommer Spruch, der vermutlich von einer ironisch gemeinten Votivtafel stammt und das Prinzip prägnant erläutert:
Heiliger Sankt Florian / Verschon’ mein Haus / Zünd’ andre an!
Quelle: Wikipedia